Erster öffentlicher Quartiersrundgang durch das Quartier Nahariyastraße

Am Tag der Städtebauförderung, dem 14. Mai 2022, fand der erste öffentliche QM-Rundgang durch das Quartier Nahariyastraße statt. Mit dabei waren Staatssekretärin Ülker Radziwill und Bezirksstadträtin Angelika Schöttler.

Treffen um 15.00 Uhr auf dem Marktplatz

Ülker Radziwill, Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklun,g kam gerne ins Quartier an der Nahariyastraße.

Angelika Schöttler, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management, kennt sich aus im QM-Gebiet.

Peter Pulm vom QM-Team begrüßt die Teilnehrenden

Station 1: Kadriye Karci vom QM-Team berichtet über die Situation am Marktplatz

Station 2: Peter Pulm berichtet über Bildung, Jugend und Gewaltprävention

Station 3: Einblicke in den BornhagenwegKiez: Baugrube der Degewo. Hier entstehen 158 neue Wohnungen.

Das ehemalige Löschwasserbecken, heute ein Kleinod mit Potential.

Im ehemaligen Waschhaus der Degewo soll ein Bewohnertreff entstehen.

Station 4: Marika Schroeder vom QM-Team schwärmt vom Volkspark, vom Trägerverein und ihren Möglichkeiten.

Nach 17.00 Uhr: Gemütlicher Ausklang im Werkhof des Vereins Lichtenrader Volkspark

Tag der Städtebauförderung am 14. Mai 2022: Erster öffentlicher Quartiersrundgang des QM durch das Quartier Nahariyastraße

Das Instrument der Städtebauförderung des Bundes gibt es nunmehr schon seit 50 Jahren, zum 8. Mal konnten am 14. Mai 2022 in den Berliner Quartiersmanagement-Gebieten die zahlreichen Projekte, Verbesserungen für das Wohnumfeld und die vielen ehrenamtlichen Aktionen direkt in Augenschein genommen werden. Aus diesem Anlass hatte das Quartiersmanagement Nahariyastraße zu seinem ersten öffentlichen Quartiersspaziergang durch das QM-Gebiet eingeladen. Mit dabei waren Staatssekretärin Ülker Radziwill und Bezirksstadträtin Angelika Schöttler.

An vier Stationen konnten sich Interessierte bei bestem Wetter davon überzeugen, wieviel Potenzial das Quartier zu bieten hat – was es schon an wichtigem Engagement im Quartier gibt und was das Quartiersmanagement mit den Aktiven gemeinsam angehen möchte, um das Quartier zu gestalten.

Die Gruppe der ca. 30 Interessierten war bunt gemischt: Bewohnerinnen und Bewohner, Aktive, ehrenamtlich Engagierte, Akteure aus dem Quartier, Menschen von außerhalb sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bezirksamtes, der Senatsverwaltung und der Presse.

Ülker Radziwill, Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung und Angelika Schöttler,
Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management gingen gemeinsam mit dem Team des QM und den Interessierten die Runde durch das Quartier, wir haben sie begleitet.

Staatssekretärin Ülker Radziwill begrüßte zunächst in der Eröffnungsrede die anwesenden Bewohnerinnen, Akteure des QMs, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamts und von der Senatsverwaltung. Sie betonte, dass sich gerade am Tag der Städtebauförderung die Gelegenheit böte, das Motto „tue Gutes und rede darüber“ in die Tat umzusetzen. Besonders hervorgehoben wurde von ihr das ehrenamtliche Engagement im Quartier. Das Berliner Quartiersmanagement fördert bürgerschaftliches Engagement auf vielen Ebenen und in vielen Gremien. Frau Radziwill möchte alle ermutigen, die Möglichkeiten im QM Naharyastraße als Chance und Herausforderung zu sehen und sich zu beteiligen.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeinsterin und Bezirksstadträtin Angelika Schöttler betonte das Potenzial, das in vielen Flächen und Bereichen im Quartier schlummere und auf dem folgenden Rundgang entdeckt und besprochen werden kann. Gemeinschaftlich könne man „die Ärmel hochkrempeln“ und das nächste Projekt angehen.

Quartiersmanager Peter Pulm begrüßte alle Anwesenden und stellte Kadriye Karci und Marika Schroeder vom QM-Team vor. Er moderierte den Rundgang. Gemeinsam mit dem evangelischen Familienzentrum und den Stadtteilmüttern hatte das QM-Team die Eröffnung der Veranstaltung auf dem Marktplatz vorbereitet und für Kulinarisches gesorgt. Für den Rundgang wurden vier Stationen ausgewählt, an denen man ins Gespräch über den Ort kommen wolle.

Station 1: Der Marktplatz - Ein Ort mit Zukunft

Quartiersmanagerin Kadriye Karci berichtete zunächst über die Situation der ersten Station des Rundgangs, dem „Marktplatz“. An dem zentral gelegen Platz konzentrieren sich Wohn-, Gewerbe und soziale Räume, es gibt viel ehrenamtliches Engagement. Ein Tauschladen ist hier ebenso verortet, wie das Gemeindehaus der evangelischen Kirche mit Familienzentrum, hier sind auch die Stadtteilmütter und Integrationslots:innen zu finden. Die Fläche hat viel Potenzial, muss allerdings noch weiter baulich ausgestaltet werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und eine nachbarschaftliche Nutzung zuzulassen. Dann erst kann der Marktplatz seinem Namen tatsächlich Ehre machen. Das Projekt des QM-Naharyastraße „Eine Zukunft für den Marktplatz“ knüpft hier an. Grundstückseigentümer der Fläche ist die Adler-Group. Rund 800 Wohnungen gehören hier zum Bestand. Eine enge Zusammenarbeit wird von Seiten des QM angestrebt, erste Kontakte wurde bereits geschlossen und man hofft auf eine Intensivierung. An Ideen von QM-Seite aus mangelt es nicht.

Station 2: Nahariya-Schule,  Bildung und mehr

Die nächste Station auf dem Rundgang, die Nahariya-Schule, brachte Peter Pulm uns näher. Die in den 1970er Jahren gebaute Schule hat rund 540 Schülerinnen und Schüler. Die Schule ist ein enger Partner des QM, man ist gut vernetzt und viele Veranstaltungen dürfen dort stattfinden. Z.B. das Nahariyaforum. Die Herausforderungen an der Schule liegen vor allem im baulichen Bereich. Die Schule wurde zwar bereits vor einiger Zeit saniert, im Argen liegen jedoch die Turnhalle und Sportflächen, es müssen neue, moderne Geräte angeschafft werden. Auch neue, funktionstüchtige Räume sollen entstehen und die Digitalisierung soll vorangetrieben werden. Die Schulwegesicherung liegt auch besonders im Fokus. Direkt vor der Schule können wir ein Beispiel von schneller Reaktion des Bezirksamtes besichtigen, hier wurde schnell auf einen „Hilferuf“ der Schule reagiert und der Straßenübergang gesichert.

Im Bereich Bildung fördert das QM bereits drei größere Projekte. Das Projekt „Bildungsbotschafterinnen im Quartier“ und „Fair-Boxing – Fun-Boxing- Gewaltprävention im Quartier“ arbeiten eng mit der Schule zusammen. Wir berichten darüber im letzten Artikel über das zweite Naharyaforum. „Sprachvoll im Kiez -Netzwerk Sprachbildung im Quartier“ ist das dritte Bildungsprojekt. Auch hier macht die Schule aktiv mit.

Durch eine ruhige Seitenstraße gelangt man zum „Lichtenrader Graben“, einem meist trockenen ehemaligen Entwässerungsgraben aus preußischer Zeit. Auch dieser bietet als Wegeverbindung durch das Quartier Entwicklungspotenzial. Hier könnten z.B. Bänke oder Fitnessgeräte mehr Attraktivität verleihen. Auch die Verbesserung der Beleuchtung und des Belages des Weges könnte hier die Nutzung verbessern.

Station 3: Am Bornhagenweg - Ein Kiez mit Potential

Nur einige Schritte weiter laufen wir an einer großen Baugrube vorbei, die Degewo lässt hier 158 neue Wohnungen bauen. Einen Wehrmutstropfen gibt es, denn leider fällt auch ein kleiner Bolzplatz dem Bagger zum Opfer.

Fast geht man an dem eingezäunten Wasserbecken am Bornhagenweg vorbei. Dabei verbirgt sich hier hinter Büschen ein kleines Paradies für Wasserlebewesen aller Couleur. Der kleine Teich ist das ehemalige Löschwasserbecken der Lichtenrader Feuerwehr und nun ein Biotop. Hier sieht das Quartiersmanagement gute Möglichkeiten für Umweltbildung. Peter Pulm spricht noch von „Visionen“.

Vorbei an den liebevoll ehrenamtlich gestalteten Blumenrabatten und Beeten, den „Pechsteingärten“ - hier liegen Familien in der Sonne - geht es zum ehemaligen „Waschhaus“ der Degewo-Gesellschaft. Dieses Gebäude bietet die Möglichkeit, einen Nachbarschaftstreff zu installieren. Auch die Freifläche vor dem Flachbau bietet sich für ein Nachbarschaftscafé z.B. sehr gut an. Allerdings ist die Kostenfrage der baulichen Instandsetzung noch nicht abschließend geklärt.

Station 4: Lichtenrader Volkspark - Die ganz besondere Grünfläche

Die letzte Station auf dem Rundgang, der Lichtenrader Volkspark, stellte Marika Schroeder vom QM-Team vor. Dieses einmalige Kleinod von 4,5 Hektar ist vor rund 40 Jahren durch eine Anwohnerinitiative entstanden, die eine grüne Ausgleichsfläche zur neu entstehenden Hochhaussiedlung forderte. Seither wird der vom Bezirk gepachtete Park ehrenamtlich durch den Lichtenrader Volkspark e.V. mit viel Enthusiasmus naturnah gepflegt. Der Verein ist auch Mitglied des Quartiersrates Naharyastraße. Eine ordentliche Herausforderung, die mit viel Liebe zur Natur angegangen wird. Aber da viele Hände der Arbeit eben schneller ein Ende setzen, werden weitere, aktive Menschen gesucht, die ihre Freizeit für eine gute und grüne Sache im Gebiet einsetzen wollen!

Auf dem idyllischen Werkhof des Lichtenrader Volkspark e.V. können wir uns von dem Quartiersrundgang bei Getränken und einem kleinen Imbiss ausruhen. Der angebotene Honig ist selbstgemacht. Quartiersmanagerin Marika Schroeder stellt uns die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor. Neben dem Parkgelände gibt es einige Beete, auf denen Wildblumen und Kräuter sprießen. Weitere Beete sollen für Umweltpädagogische Zwecke angelegt werden. Der Verein sucht noch Aktive. Interessierte sind herzlich willkommen, jeden Mittwoch und Samstag von 9 bis 13 Uhr ist der Werkhof an der Carl-Steffeck-Str./Ecke Hanowsteig geöffnet. Hier kann mit angefasst werden.

Text & Fotos: Kerstin Heinze