Über das 9. Nahariyaforum am 7. Mai 2026
Eva Majewski Sparacino, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management im Bezirk Tempelhof-Schöneberg (links), zusammen mit Quartiersmanagerin Kadriye Karci
Nachbarschaft trifft auf Politik und Verwaltung im QM-Gebiet Nahariyastraße beim ersten Forum im Jahr 2026
Zum neunten Mal fand am 7. Mai 2026 das Nahariyaforum statt. Moderiert wurde es wie gewohnt von Eva Majewski Sparacino, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, dem QM-Team - erstmals mit Teamleiterin Sarah Al-Alawi in der Nachfolge von Peter Pulm - sowie Firdaous Fatfouta-Hanka, der bezirklichen Koordinatorin für die QM-Gebiete. Ihr zur Seite steht seit Jahresbeginn 2026 Teresa Deckert als neue Koordinatorin für Quartiersmangement im Bezirk.
Dass sich im Quartier rund um die Nahariyastraße und den Bornhagenweg viel tut, wurde in der Nahariya-Grundschule zusammen mit Gästen aus der Nachbarschaft diskutiert. Darunter waren auch BVV-Mitglieder, Quartiersräte, Aktive vom Volkspark Lichtenrade e.V. und des Projektträgers "Outreach" sowie erstmals die neue Kontaktbereichsbeamtin der Polizei.
Vom Müllproblem bis zum Klimaprojekt: Der Abend bot Einblicke, Austausch und Perspektiven für die Zukunft des Kiezes. In der mit rund 20 Gästen besetzten Aula der Schule berichtete zunächst Schulleiter Simon Peter, der auch Mitglied im Quartiersrat ist, über seine große Schule mit ihren rund 700 Kindern, 100 Erwachsenen - von Erzieherin bis Hausmeister - auf etwa 17.000 Quadratmetern Grundstücksfläche. Simon Peters Ziel ist es, die Schule immer mehr für die Nachbarschaft zu öffnen. Bestes Beispiel dafür ist das bald anstehende Fest zum "Tag der Städtebauförderung" am 9. Mai 2026.
Prinzipiell geht es in der Rubrik „Nachgehakt“ darum, so die Stadträtin Majewski Sparacino, „was Sie uns beim letzten Forum ins Hausaufgabenheft geschrieben haben“. Firdaous Fatfouta-Hanka berichtete darüber, dass es genügend Abfalleimer "Im Domstift" gebe. Sie hätte dazu die BSR befragt. Der Nahariyakiez sei laut BSR sehr gut versorgt mit Mülleimern, und die würden regelmäßig geleert. Beim Thema „Vandalismus im Volkspark“ ging es um zerstörte und umgeworfene Spieltische. Diese wurden inzwischen wieder aufgebaut. Zum Glück gebe es keine schwereren Brandstiftungen u.ä. wie in früheren Zeiten des Volksparks.
Zum Tagesordnungspunkt „Kiez aktuell“ meldete sich eine Vertreterin der Mieterinitiative Nahariyakiez und berichtete über zahlreiche Probleme in den Gebäuden, die von der Adler Group vermietet werden: „Dort brennt’s!“ Sie monierte, dass es vom Vermieter Adler keine Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung wegen Legionellen zu sehen gibt. Das dazu angefragte Gesundheitsamt dürfe die Werte nicht ohne Genehmigung des Wohnungseigentümers herausgeben, weil Adler Auftraggeber der Untersuchung ist.
Zudem wurde über den hohen Rattenbefall gesprochen: „Deshalb haben manche Leute Angst, zu den Mülltonnen zu gehen. Die werden auch Rattenbunker genannt.“ Schulleiter Simon Peter bestätigte den Rattenbefall u. a. auf Laubhaufen am Parkplatz des KJH, auf dem Schulareal und auch im Schulgebäude. Es gebe Schimmelbefall in mehreren Wohnungen „der kommt wohl vom Dach her“. Generell sei das Problem, dass an die Hausverwaltung von Adler gemeldete Mängel nicht beantwortet werden. Beanstandete Nebenkostenabrechnungen bleiben ohne Reaktion. Die Vertreterin der Mieterinitiative sprach von teilweise „menschenunwürdigen“ Zuständen und der gesundheitlichen Gefährdung von kleinen Kindern.
Ein weiterer Punkt: Ausfall des warmen Wassers an mehreren Tagen. Bei Haustürgesprächen der Initiativen-Vertreterin kam heraus, dass sich viele Mieter von Adler alleingelassen fühlen.
Stadträtin Eva Majewski Sparacino bestätigte: Leider kommt auch das Bezirksamt sehr schwer heran an die Verantwortlichen der Adler Group. Die Stadträtin wies auf die bezirkliche Mieter- und Sozialberatung im Waschhaus in Zusammenarbeit mit dem Berliner Mieterverein hin - https://www.soziale-mieterberatung-thf-schberg.de/
Was ist mit dem Marktplatz? Unebenes Pflaster bzw. poröser Straßenbelag als Stolperfalle, darüber berichtete die Vertreterin der Mieterinitiative Nahariyakiez. Und die erneuerten Sitzbänke stimmen von den Proportionen her nicht, so dass ein Kind verunglückte. - Stadträtin Eva Majewski Sparacino versprach, dieses Problem mit der bezirklichen Bauaufsicht zu besprechen. Frau Fatfouta-Hanka berichtete, dass sie Adler sogar Fördergelder für die Sanierung angeboten hatte, doch darauf keine Antwort erhalten hatte. Auch das QM-Projekt „Gemeinsam für den Marktplatz“ kam nicht an Adler heran. Lediglich die Litfaßsäule auf dem Marktplatz darf verschönert werden - „das war das Maximum, das ging“. Zum Verständnis: die Adler Group erteilte die Genehmigung für Aktivitäten auf dem Marktplatz, weil sie Eigentümerin des Platzes ist, der nicht zum öffentlichen Straßenraum gehört. Daher verfügt Adler über das Platzrecht.
Stadträtin Majewski Sparacino: Am 13. Mai 2026 wird der Volkspark Lichtenrade in eine öffentliche Grünanlage umgewidmet, außer die Fläche der Festwiese und des Werkhofes. Dies geschieht zusammen mit Frau Dr. Ellenbeck, der zuständigen Bezirksstadträtin des Bezirksamtes
Im Themenblock über den Umwelt- und Naturschutz im Bezirk berichtete Sophie Reinhold vom Fachbereich Umwelt und Umweltbildung über ihre drei Tätigkeitsbereiche: Umweltplanung und Nachhaltigkeit im Bezirk, Umweltbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Sie erwähnte folgende konkreten Angebote:
- BSR-Kieztage in der Nahariyastraße ermöglichen die wohnortnahe Entsorgung für Bewohner ohne Auto, die dort ihren Sperrmüll vor der eigenen Haustür entsorgen können. Ergänzt wird das mit einem Tausch- und Verschenkmarkt sowie ein Rahmenprogramm mit lokalen Initiativen. Seit 2024 sind wachsende Besucherzahlen zu verzeichnen, während die Sperrmüllmenge relativ gleich bleibt.
- Beispiele aus dem Bereich Umweltbildung sind die „Naturwacht Marienfelde“ und das Faltblatt „Mein Kleingarten“, die über zehn Maßnahmen für mehr Artenvielfalt und Klimaanpassung informieren und an alle neuen Pächter eines Kleingartens gehen.
- Wettbewerb „Mein Balkon - eine blühende Naturoase“ startet bald
Kontakt zur Fachbereichsleiterin Sophie Reinhold: 030 90277-1672, Internet: https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/umweltplanung-und-umweltbildung/
Quartiersmanagerin Joana Krappweis stellte die Eckdaten zum Projekt „Umweltverhalten und Klimaschutz im Quartier II“ vor. Von 2023 bis 2025 lief ein Vorgängerprojekt, das aktuelle Projekt geht bis 2028 und wird mit rund 108.000 Euro gefördert. Yazeed Zoumot vom Träger stadt.menschen.berlin berichtete, dass damit das Umweltbewusstsein gestärkt und die Nachbarschaft aktiviert werden soll. Verfolgt wird ein aufsuchender Ansatz, also werden „die Angebote aktiv in den Kiez getragen.“
Yazeed erwähnte folgende Bausteine:
- Beteiligung: Bollerwagentouren - Befragung und Verteilung von Blumentöpfen und Samen im Kiez
- Aktionen und Aktivierung: Kooperationen wie Kräuterbepflanzung im Kindergarten, BSR-Kieztage sowie Zusammenarbeit mit anderen QM-Projekten, Umweltwerkstatt für verschiedene Zielgruppen wie Jugendliche sowie für Familien, da werden Meisenknödel und Naturkosmetik hergestellt
- Öffentlichkeitsarbeit: Sichtbar sein bei Kiezveranstaltungen, etwa durch ein Lernspiel auf dem Marktplatz sowie ein eigenes Instagram-Profil
Welche weiteren Formate würden gut in den Kiez passen? Welche Themen könnten wir noch mitdenken? Bitte melden - Kontakt:wirfuerdieumwelt@stadt-menschen-berlin.de Mehr zum Projekt hier und der Bericht über die Auftaktveranstaltung
Neues aus dem Quartier
Zunächst stellte sich die neue Projektleiterin Sarah Al-Alawi vor, die auf den langjährigen Quartiersmanager Peter Pulm folgt. Ihre Kollegin Joana Krappweiss berichtete über Neues vom Quartiersrat als Beteiligungsgremium und wer dort alles aktiv ist. Der Quartiersrat (QR) hat Einfluss auf die Schwerpunkte der Arbeit des Quartiersmanagements und entscheidet über die Vergabe der Mittel im Projektfonds aus dem Programm "Sozialer Zusammenhalt" mit. Im Projektfonds werden mittelfristige und strukturfördernde Maßnahmen ab 5.000 Euro gefördert. Der QR trifft sich acht Mal im Jahr, meistens in der Nahariyaschule. Seine Mitglieder wurden im Dezember 2025 zum dritten Mal gewählt. Das Sprecherteam nimmt auch an den Steuerungsrunden mit Bezirk und Senat teil. Alle Interessierten können vorbeikommen und die Protokolle nachlesen. Die nächste Quartiersratssitzung findet am 27. Mai 2026 von 18 bis 20 Uhr in der Nahariyaschule statt.
Quartiersmanagerin Kadriye Karci berichtete über anstehende Termine im Kiez, darunter z.B. diese:
9.5.26 Stadtteilfest zum „Tag der Städtebauförderung“ auf dem Gelände der Schule mit der Bläserklasse, einer Rockband, der Filmpremiere „5 Jahre Quartiersmanagement“ und vielem anderen
13.5.26 Umwidmung des Volksparks Lichtenrade
18.5.26 AWO Aktivmobil am Nachbarschaftszentrum Bornhagenweg, besonders für Menschen im Alter von 50+
3.6.26 Interreligiöses Fest im KJH vom Projekt „Buntes Leben im Quartier II“ - mehr über das Projekt hier
5.6.26 Bildungsfest
3.7.26 Abend der Begegnung im Gemeindepark
Noch etwas Neues: Das QM wird digital. Quartalsweise wird demnächst ein Rundbrief / Newsletter versendet. Außerdem erscheinen die Neuigkeiten zusätzlich zur Webseite nun immer auch auf dem neuen Instagram-Profil.
Beim Nahariyaforum gab wie immer ein kleines Buffett mit Getränken und ein paar Köstlichkeiten zum essen. Neben dem Austausch in kleineren Runden konnten die Beteiligten auch Informatives anschauen, denn die Quartiersmanagerinnen hatten Projektvorstellungen als eine kleine Ausstellung aufgehängt - ob Baufonds, Projektfonds oder Aktionsfonds, man konnte sich über alles anschaulich informieren, was mit den QM-Geldern gefördert wurde.
Das nächste Nahariyaforum findet voraussichtlich am 12. November 2026 statt.
Text und Fotos: ©️ Gerald Backhaus 2026
Mehr Informationen zum Nahariyaforum und was dort bisher geschah, finden Sie hier ...




















